St. Kateri Tekakwitha 17.4.

St. Kateri Tekakwitha 17.4.

Kateri Tekakwitha, Gemälde von Pater Claude Chauchetière (um 1690)

Kateri Tekakwitha, gemalt von Pater Claude Chauchetière (um 1690)

Wer war Kateri Tekakwitha?

Kateri Tekakwitha wurde 1656 im Mohawk-Dorf Ossernenon im heutigen Bundesstaat New York geboren. Sie starb mit 24 Jahren am 17. April 1680 in Kanada. Ihr Vater war ein Häuptling der Mohawk, ihre Mutter eine getaufte Algonkin. Sie ist die erste indigene Heilige aus dem Gebiet der heutigen USA und Kanadas. Man nennt sie die „Lilie der Mohawks“.

Kindheit und Pocken

Mit etwa vier Jahren erkrankte Kateri an Pocken. Ihre Eltern und ihr kleiner Bruder starben. Sie überlebte, behielt aber Narben im Gesicht und sah schlecht. Verwandte zogen sie auf, in der traditionellen Religion der Mohawk.

Ihre Mutter vermittelte ihr trotzdem „ein Gespür für den lebendigen Gott“, so sagt es Papst Benedikt XVI. bei ihrer Heiligsprechung.

Taufe und Flucht nach Kahnawake

Ostern 1676 wurde Kateri getauft, mit etwa 20 Jahren, vom Jesuitenpater Jacques de Lamberville. Sie bekam den Namen Katharina, auf Mohawk „Kateri“. Im Dorf wurde sie dafür angefeindet, und ihr Onkel wollte sie verheiraten.

1677 floh sie nach Norden in die Jesuitenmission St. Franz Xaver bei Montréal. Sie lag an den Stromschnellen von Sault-Saint-Louis, dem heutigen Kahnawake. Dort konnte sie ihren Glauben frei leben.

Leben in Kahnawake

Kateri lebte einfach. Sie betete viel und ging täglich zur Messe. Ihre erste heilige Kommunion empfing sie an Weihnachten 1677. Papst Benedikt XVI. sagt über sie: „Ihr größter Wunsch war es, zu erkennen und zu tun, was Gott gefällt.“

Am 25. März 1679, dem Fest der Verkündigung des Herrn, versprach sie Gott, unverheiratet zu bleiben. Das war in ihrer Kultur ungewöhnlich. Sie übte strenge Buße und betete oft stundenlang kniend, auch im kalten Winter. Mit Freundinnen wollte sie eine Gemeinschaft für indigene Frauen gründen. Die Jesuiten rieten ab.

Andachtsbild der heiligen Kateri Tekakwitha mit Kreuz, um 1900

Kateri Tekakwitha, Andachtsbild (um 1900, Verfasser unbekannt)

Tod und Verehrung

Kateri starb am 17. April 1680, in der Karwoche. Als letzte Worte überliefern die Jesuiten „Jesus, ich liebe dich“, Pater Chauchetière „Jesus, Maria, ich liebe euch“. Pater Pierre Cholenec war beim Tod dabei. Er schreibt, ihr vernarbtes Gesicht sei etwa eine Viertelstunde nach dem Tod plötzlich schön geworden. Später hieß es, die Pockennarben seien verschwunden. Viele Indigene besuchten danach ihr Grab.

Seligsprechung: 22. Juni 1980 durch Papst Johannes Paul II.

Wunder: Für die Heiligsprechung erkannte die Kirche im Dezember 2011 eine Heilung an. Der kleine Jake Finkbonner aus dem US-Bundesstaat Washington, ein Junge vom Stamm der Lummi, war 2006 an fleischfressenden Bakterien erkrankt. Die Ärzte rechneten mit seinem Tod. Seine Familie und viele andere baten Kateri um Fürsprache. Er wurde gesund.

Heiligsprechung: 21. Oktober 2012 durch Papst Benedikt XVI. Er nannte sie „Patronin von Kanada und erste indianische Heilige“.

Gedenktag: 17. April, ihr Todestag; so auch in Kanada. In den USA wird sie am 14. Juli gefeiert. Sie gilt als Patronin der Umwelt und der Ökologie.

Was sie uns heute sagt

Kateri hatte kaum Rückhalt. Familie und Dorf verstanden ihren Glauben nicht. Sie blieb trotzdem bei Jesus und blieb auch ein Kind ihres Volkes. Benedikt XVI. sagte dazu in seiner Predigt:

„Kateri beeindruckt uns durch das Wirken der Gnade in ihrem Leben ohne jede äußere Unterstützung und durch ihren Mut zu der in ihrer Kultur so einzigartigen Berufung. In ihr bereichern sich Glaube und Kultur gegenseitig!“ Benedikt XVI., Predigt zur Heiligsprechung, 21.10.2012 (deutsche Fassung, vatican.va)

Wer in der Familie, im Beruf oder im Freundeskreis mit seinem Glauben allein dasteht, hat in Kateri eine Verbündete. Der Papst gibt uns dazu einen Satz mit:

„Möge ihr Beispiel uns helfen, dort, wo wir sind, in der Liebe zu Jesus zu leben, ohne zu verleugnen, was wir sind!“ Benedikt XVI., Predigt zur Heiligsprechung, 21.10.2012 (deutsche Fassung, vatican.va)